Julia Baier
Du bist in der Beautybranche gelandet, weil…
…ich direkt nach dem Abitur meinen Einstieg bei Beiersdorf gefunden habe. Die Marke NIVEA hat mich schon vorher begeistert und über viele Jahre begleitet. Dort habe ich zum ersten Mal erlebt, wie viel Vertrauen einer Pflegemarke geschenkt wird und das hat mich in der Branche gehalten.
Was glaubst Du, welche Eigenschaft schätzen andere an Dir am meisten?
Vermutlich meine Teamorientierung und mein Gespür dafür, dass Menschen im Hintergrund den Unterschied machen. Mir wird oft gesagt, ein großes Herz zu haben. Damit führe ich nicht von oben herab, sondern räume bestmöglich Steine aus dem Weg, damit andere liefern können.
Wie gehst Du mit Konflikten im Team um?
Konflikte zulassen statt aussitzen. Ich spreche Dinge an, sobald sie da sind, nicht erst im nächsten Review. Ich mag Balance im Team und gleichzeitig erlebe ich, wie durch Reibung viel Gutes entsteht. Am Ende zählt, dass wir als Team stärker rausgehen als wir reingegangen sind.
Welche Menschen inspirieren Dich bzw. welche unternehmerischen Leistungen bewunderst Du?
Menschen, die den Mut haben, eine Idee tatsächlich mit Leben zu füllen und dafür massig Energie reinstecken, um etwas Eigenes aufzubauen. Ob als Corporate oder Personal Brand wie beispielsweise im Sport. Darunter besonders Unternehmerinnen, die erfolgreich Karriere und Care Arbeit balancieren. Diese Mischung aus Wagemut und Bodenständigkeit beeindruckt mich mehr als jeder große Titel.
Was würdest Du Gründern in der Beautybranche heute raten?
Löst ein echtes Problem, statt nur ein Lifestyle-Bedürfnis zu bedienen. Glaubwürdigkeit und Wirksamkeit schlagen auf Dauer jeden kurzfristigen Trend. Und: Baut euer Team so auf, dass es die Marke von innen heraus trägt.
Tageszeitung: Digital oder Print?
Digital. Auch wenn ich ein Herz für lokale Verlage habe.
Urlaub: Berge oder Meer ?
Meer, ganz klar. Am liebsten in Holland.
Was würdest Du nie online kaufen?
Wahrscheinlich Blumen, Brot und guten Kaffee. Nicht, weil man sie nicht online kaufen könnte, sondern weil ich den Besuch beim Floristen, Bäcker oder im Lieblingscafé einfach schöner finde. Wenn ich lokale Händler*innen unterstützen kann, mache ich das gerne.
Welche Apps oder Internetseiten besuchst Du am häufigsten bzw. machen Dein Leben leichter?
Es klingt wenig glamourös: Kalender, Google Maps und Deezer für gute Laune.
Wenn Du für einen Tag Bundeskanzler/in wärst, was würdest Du dann tun ?
Ich würde dafür sorgen, dass wir weniger Zeit mit Bürokratie und mehr mit Zukunft verbringen. Bildung, Chancengleichheit, gelungene Integration und konsequenter Klimaschutz gehören für mich ganz nach oben auf die Agenda. Gleichzeitig würde ich den Fokus wieder stärker auf das Gemeinsame statt auf das Trennende legen. Politik sollte für die Menschen arbeiten, nicht gegeneinander.